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Bereits
zum Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
verabredeten sich Sozialarbeiter, Studenten und andere
Interessierte zur gemeinsamen Arbeit in der Straffälligenhilfe.
Diese zunächst ehrenamtlichen Aktivitäten wurden mit
Gründung des Arbeitskreis Gefangenenhilfe in eine feste
Struktur eingebunden. Im August des Jahres 1985 wurde der Verein beim
Amtsgericht Bochum in das Vereinsregister eingetragen und schon
kurze Zeit später erhielt die Organisation vom Jugendamt Bochum
die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe.
Im
Dezember 1996 hat der Verein nach ausführlicher Diskussion
seinen Namen geändert in ViA-Bochum.
Das ViA steht dabei für
Verein für
integrative
Arbeit. Grund für die
Namensänderung war der Begriff der Gefangenenhilfe im ersten
Namen und eine breitere Ausrichtung der Tätigkeitsfelder. Es war
vorher immer wieder zu Missverständnissen gekommen. Viele
unserer Partner waren der Meinung, dass Teilnehmer der Maßnahmen
beim Verein immer Straffällige seien. Einer so entstehenden
Stigmatisierung sollte vorgebeugt werden.
Während
die anfänglichen Vereinsaktivitäten noch in einer baufälligen
Baracke stattfanden, konnte 1986 ein ehemaliges Arbeiterwohnheim
der Stahlwerke Bochum bezogen werden. Dieser Standort wurde für
viele Jahre zum Sitz der Organisation.
Nach der
Vereinsgründung entstanden in den Folgejahren immer neue
Arbeitsfelder. Die notwendigen Personalstellen wurden in der
Regel zunächst aus ABM-Mitteln finanziert und gingen nach einer
Anlaufphase von oft mehreren Jahren, weil sie erfolgreich waren
und notwendig erschienen, in eine mehr oder minder sichere
Regelfinanzierung über.
So ist
neben der Straffälligenhilfe die Wohngemeinschaft Pappschachtel
entstanden, der Bereich Beschäftigungsförderung in dem schon in
den achtziger Jahren überbetriebliche Ausbildung durchgeführt
wurde, die Betreuungsweisungen, der Täter-Opfer-Ausgleich für
Jugendliche und Erwachsene, unterschiedliche betreute Wohnformen
für Jugendliche und junge Erwachsene und weitere individuelle
Hilfeformen nach dem KJHG. Im Jahre 2006 erhielt der Verein vom
Jugendamt den Auftrag gemeinsam mit einer Partnerorganisation
zwei der in Bochum neu geschaffenen ambulanten
Jugendhilfezentren zu betreiben.
Aufgabenstellung und Finanzierung der Arbeit sind bis heute
einem ständigen Wandel unterlegen. Gesellschaftliche Probleme
verändern sich und gesetzliche Grundlagen werden überdacht,
verändert und neu geschaffen. In der Jugendhilfe ist der Verein
noch unter den Voraussetzungen des JWG gestartet. Dann kam das
KJHG und das ist inzwischen ein Teil des Sozialgesetzbuches
geworden. Aufträge in der Beschäftigungsförderung werden heute
zu einem großen Teil über Ausschreibungen vergeben und auch in
der Jugendhilfe wird diese Form der Auftragsvergabe immer
häufiger angewandt.
Qualitätsmanagementsysteme sind selbstverständlicher Teil des
professionellen Handelns.
Die
zunehmenden Aktivitäten von ViA-Bochum waren auf Dauer in den
Räumen des Arbeiterwohnheims nicht zu realisieren. So kamen über
die Jahre unterschiedliche Standorte in Bochum hinzu. ViA-Bochum
war über die Stadt verteilt. Um dem ein Ende zu machen und einen
gemeinsamen Arbeitsort für alle Mitarbeiter zu schaffen und um
auch äußerlich sichtbar, deutlich den Schritt von einer
Initiative zu einer professionell arbeitenden Organisation
darzustellen, wurden im Herbst 2002 neue Räume in einem
ehemaligen Fabrikgebäude angemietet. Unter der Adresse „Harpener
Feld 14, 44805 Bochum“, finden nun alle Vereinsaktivitäten
statt. Hier ist der Bereich Beschäftigungsförderung mit seinen
Werkstätten, den Schulungsräumen und dem Möbellager und hier
sind auch die Büros der Sozialarbeiter, die für die
unterschiedlichen Bereiche der Jugendhilfe und den
Täter-Opfer-Ausgleich arbeiten angesiedelt.
Z. Zt.
hat die Organisation ca. 90 festangestellte Mitarbeiter. ViA-Bochum hat sich von einer Initiative zu einem kleinen
mittelständischen Unternehmen gewandelt. |